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Wir wollen mehr Realität auf Instagram! Wirklich?

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Von Anfang an

Als ich mir Instagram 2012 zum ersten Mal heruntergeladen habe, gab es hauptsächlich Fotos von naturbelassenen Wäldern, irgendwelchen Haustieren und vielleicht mal dem ein oder anderen schön in Szene gesetzten Dessert bei einem Restaurantbesuch. Ich habe gerade nachgesehen, mein erstes Bild, welches ich auf meinem privaten Instagram Account hochgeladen habe, war eines aus meinem Portugal Urlaub.
Im Laufe der Zeit hat sich die App aber weiterentwickelt. Blogger beziehungsweiße Instagramer sprießen wie Schwammerl aus dem Boden, Ohne Apps wie FaceTune, Snapseed etc. geht fast nichts mehr. Hier das Gesicht geglättet, da die Zähne gebleached. Vermutlich muss man irgendwann in naher Zukunft seine Zähne gar nicht mehr putzen, weil hey Facetune. (Wenn man zwei mal am Tag Facetune benutzt ist das wie das morgendliche und abendliche Zähneputzen, trust me!)
Immer noch dünnere Menschen, räkeln sich auf immer noch schöneren Stränden, in einer Hand einen Green Juice, die andere in die Höhe gestreckt. Jeder ist blessed und stressed.
Instagram zeigt einem immer öfter Szenen, die es so in der wirklichen Welt nicht gibt. Oder lasst es mich so formulieren: Es gibt sie zumindest nicht so häufig. Ich kenn das von mir selber, ein Bild wird zehn mal gemacht bevor ich zufrieden bin und es hochgeladen wird. Warum sollte ich ein Bild hochladen, wo ich aussehe, als würde ich gerade eine Mathe Prüfung schreiben, wenn ich doch ein Bild posten kann, für welches ich es geschafft habe die perfekten Lichtverhältnisse so zu nutzen, dass es aussieht als wäre mein Haar aus Gold. Alles schön und gut, doch das ganze nimmt langsam Formen an, die nicht mehr normal sind. Scrolle ich die Hauptseite hinunter, scheint es mir, als würde eine Eis essende Schönheit die andere ausstechen wollen. Wo kommen all diese perfekten Menschen her? Immer öfter frage ich mich, wie es denn wohl wäre, wenn ich diese Mädchen aber auch Männer in einem anderen Kontext sehen würde. Ohne Instagram Filter.
Und immer öfter denke ich über den ganzen Einfluss, die Instagram auf die normale Welt hat, nach. Während es mir mit 23 vielleicht weniger ausmacht, ob jemand schlanker oder trainierter ist als ich es bin, denke ich das jüngere Menschen das Trugbild, das diese  Welt vermittelt, vielleicht nicht so verstehen und möglicherweise denken es sei normal so auszusehen.

Für mehr Realität auf Instagram

Und weil es immer mehr von diesen perfekten Menschen zu geben scheint, haben sich einige Instagrammer aufgetan und eine Bewegung namens #fürmehrrealitätafinstagram gestartet. Immer öfter zeigen sich Mädchen ungeschminkt mit einem Frühstück, das so sicher nicht in ein Kochbuch dürfte oder schwitzend nach dem Sport. So wie es halt auch ganz normal ist. Ich mein bitte wer schminkt sich zum Laufen? Da muss man sich schon fragen. Eine Freundin hat mir sogar letztens von einer erfolgreichen Mama Bloggerin erzählt, die ihre Leben so zeigt, wie es eben ist mit Kindern. Nicht immer Friede Freude Eierkuchen, mit Notizbücher Flatlays und aufblasbaren Einhörner in Pools, sondern mit T-Shirts, auf denen Essensreste kleben und schlaflose Nächte inklusive Augenringen…
Ganz nebenbei, einige Blogger zeigen immer mal wieder Bilder von Fotoshootings, die nicht so instagrammy sind. Bei den meisten sind die Bilder aber dann doch irgendwie schön, beziehungsweise ist eventuell das Licht dann halt nicht gut oder der Wind bläst ihnen Haare ins Gesicht. Wow. Horror. Umso mehr bewundere ich so Leute wie Sophie, die dann wirklich witzige Bilder von sich posten und so zeigen, dass auch nicht jedes der 100 Bilder von einem Shooting so aussehen, wie die zehn die man dann hochlädt.

Was wollen wir denn nun?

Generell kommt diese Bewegung wirklich gut an. Ich finde es auch persönlich sehr wichtig, dass Instagram so auch der ganze Ernst und Wind aus den Segeln genommen wird. Ich selber laufe zu neunzig Prozent ungeschminkt herum, sowieso wenn ich zum Sport gehe und mache mir auch nicht jeden Tag eine Açai Bowl, wie man sie sonst nur im Superfoods und Organic Liquids sieht. Neben diesen ganzen Fotos auf Instagram gibt es nämlich noch eine Welt, wo nicht immer alles so schön ist und es ist einfach wichtig, dass man das auch zeigt.  Und jetzt kommt das Kontroverse an der Sache. Es scheint sich jeder einig zu sein und mehr Realität auf Instagram zu wollen. Mehr schwitzende Leute und weniger zehn Schichten Make Up Menschen. Aber: Wenn sich dann mal jemand so zeigt wie er aussieht, an einem Tag, an dem er kein Fotoshootings für den Blog macht, heißt es gleich man sähe krank aus. Was soll denn das bitte? Ich meine, einmal davon abgesehen, dass man zu niemandem sagen soll er sähe aus als wäre er krank. Auch nicht im Internet. Nachdenken heißt die Devise. Also mal davon abgesehen, dass gute Manieren und der Hausverstand einem schon sagen, das man sowas nicht macht, entscheidet euch doch bitte. Wollt ihr jetzt diese Realität für die ihr alle seid oder doch die perfekte Welt, die einem ein Trugbild vermittelt, das am Ende zu einem total verzerrten Selbstbild führt?

Und jetzt?

Ich selbst bin immer für die Wahrheit. Auch wenn ich ab und an die Lichtverhältnisse und den Kontrast hochschraube, versuche ich doch so natürlich wie möglich zu sein. Ich möchte klar kommunizieren, dass ich nicht immer top gestylt bin und auch bei mir nicht immer alles super läuft. Am Montag war ich übrigens den ganzen Tag im Pyjama und hab Dokumentation über die Kennedys geschaut . How exciting. Natürlich zeige ich das nicht. So ist Instagram eben. Aber nur weil man etwas nicht dauernd zeigt, heißt es nicht, dass es nicht existiert. Und wenn man es zeigt dann soll man bitte nicht dafür beleidigt werden.

Aber was passiert wenn jetzt jeder nur noch sein normales Spiegelei- vielleicht ohne fancy Chia-Avocado Brot-, seinen verschwitzen Kopf und seine unpedikürten Füße zeigt?
Ich denke es ist beides wichtig und beides hat seine Berechtigung. Die App und auch die Leute, welche ihre Bilder hochladen wären nie so erfolgreich, wenn sie nur ihre Käsefüße zeigen würden. Wer will solche sehen? Hat man doch eh selber. Wir wollen manikürte Hände, pedikürte Füße und lächelnde, schöne (schön ist übrigens für mich nicht gleich bedeutend mit äußerlich schön und schlank, aber dazu ein anderes Mal) Menschen am Strand von Ibiza sehen. Aber wir wollen diese sowieso schönen Menschen auch verschwitzt beim Laufen erleben. Schließlich sollen alle Blogger ja noch erreichbar und normal sein, oder? Authentisch und so. Man soll sich mit Ihnen identifizieren können. Deshalb lösen sie auch immer mehr die Models und Stars ab. Weil sie irgendwie  so sind wie wir aber gleichzeitig auch doch wieder nicht.

Was sagt ihr zu Instagram? Nutzt ihr die App? Und seid ihr generell für mehr Realität auf Instagram? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

xxx Lilli

 

 

 

Lieblingshose

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2 Comments

  • Reply
    amely rose
    Juni 9, 2017 at 7:07 pm

    zU erst einmal zu dem Look, ich mag den lockeren, casual Style.
    Wundervoll. Die Fotos vor den Blumen sind meine persönlichen Highlights.
    Den post finde ich auch super, schön dass du so kritisch dran gehst und beide Seiten reflektierst.
    Ich stimme dir da absolut zu.
    Ich finde es aber vor allem wichtig dass man als Betrachter eben nicht vergisst, dass es eine App ist in der man sich darstellt und somit nicht erwartet, dass das eigene Leben 24/7 so aussehen muss 😀

    alles Liebe deine Amely Rose schau dir gerne meinen London Vlog an

    • Reply
      lilligoes
      Juni 13, 2017 at 11:54 am

      Liebe Amely,

      Vielen lieben Dank für dein positives Feedback. Das freut mich wirklich sehr. Und auch, dass die Fotos gut ankommen, wer freut sich da nicht.
      Gerne schaue ich mir deinen Vlog an. Ich habe mal für längere Zeit in London gelebt und es ist einfach meine Lieblingsstadt- da freue ich mich natürlich umso mehr.

      Alles Liebe,
      Lilli

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