on and on

Entscheidungen

Ich tue mir schwer mit Entscheidungen. Wie, so denke ich, eigentlich die meisten jungen Menschen heutzutage. Das mag möglicherweise an dem Überfluss an Konsumgütern, in dem wir leben, liegen; Denn wer (fast) alles immer, überall und (dank Internet) sofort haben kann, trifft nicht so einfach eine Entscheidung, wie jemand für den es nur eine Option gibt.
Es kann aber auch daran liegen, dass viele junge Leute, eben auf Grund dieser großen Auswahl, oft in der Hoffnung oder Angst leben, dass noch etwas besseres nachkommen könnte und sich daher eher weniger gerne oder zumindest weniger schnell auf etwas festlegen wollen. Vor allem sehe ich aber auch die Angst eine „falsche“ Entscheidung zu treffen oft als Grund. Am Ende ist es wahrscheinlich eine Mischung aus den drei Gründen.

Ich sehe es jeden Tag an mir selbst: Das beginnt bei kleineren Dingen wie: „Kaufe ich Erdbeeren oder Himbeeren?“ (wo man im Zweifelsfall immer noch beides machen kann), geht weiter mit größeren Kaufentscheidungen bis hin zur Frage, was man sich denn heute im Fernsehen anschauen soll und trifft am Ende natürlich auch größeren und wichtigeren Fragen, wie „welches Studium wähle ich?“ oder auch „für welchen Job bewerbe ich mich“ und so weiter.

Ich muss zugeben ich habe selten Momente, in denen ich mich sofort für etwas entscheide. Prinzipiell bin ich, was so etwas angeht, einfach zu verunsichert, und habe Angst, dass eben entweder etwas besseres kommen könnte oder einfach grundsätzlich mit meiner Entscheidung etwas falsch zu machen. Oft konsultiere ich zu den verrücktesten Fragen meine Eltern oder Freunde.

Entscheide dich und bleib dabei!

Doch was ändert es, ob ich morgen Himbeeren oder Erdbeeren zum Frühstück esse? Nichts. Klar, jetzt mag einer sagen, dass ein Studium oder eine andere wichtige Entscheidung nicht mit der zwischen zwei Beerensorten gleichzusetzen ist und dass man vor manchen Entscheidungen ruhig andere um Rat bitten sollte. Richtig. Aber ich denke wir sollten mehr üben uns bewusst selbst für Dinge zu entscheiden und dann dabei zu bleiben. Oft, so ist es zumindest bei mir, habe ich nämlich eine Intuition, viele mögen es Bauchgefühl nennen, denke dann ewig nach, nur um dann wieder bei der ursprünglichen Entscheidung anzukommen.

 

Jeder Mensch hat seinen Weg und jeder Weg ist richtige! (Thomas Bernhard)

Und da bin ich schon bei meinem zweiten Punkt. Wenn man sich die „einfach machen“ (Natürlich sollte man schon überlegt und reflektiert entscheiden, nur eben nicht ewig herum überlegen) Art angelegt hat, dann sollte man auch nicht stets daran zweifeln oder gar sich dauernd umentscheiden. Zu mal das bei vielen Dingen schlichtweg nicht geht. „Was liegt, des pickt!“, sagt man bei uns in Österreich. Aber auch wenn man eine Entscheidung getroffen hat, bringt es meist nicht viel noch drei Jahre darüber nach zu denken und seine Gedanken mit „hätte ich doch“s und „was wäre wenn“s zu füllen.  Oft trifft man nämlich im ersten Moment eine so genante „falsche“ Entscheidung, die sich aber dann als genau die Richtige entpuppt. Und überhaupt, so finde ich, so richtig falsche Entscheidungen gibt es sowieso nicht, denn jede Entscheidung zieht schönere und weniger schöne Konsequenzen nach sich. Ich denke auch das jedem ein gewisses Schicksal vorgeben ist und manche müsse eben über Umwege zu dem kommen, wo sie hin wollen oder sollen. Vielleicht wissen sie aber auch noch gar nicht, wo es denn hingehen soll. Versteht mich nicht falsch, das soll kein Aufruf zu einer „macht einfach mal irgendwie, es wird schon klappen“ Attitude sein! Ich bin ein großer Verfechter von Listen und meine Entscheidungen, sind stets wohl überlegt. Aber manchmal kommt man an einen Punkt, da muss man eine Entscheidung treffen, weil weiter nachzudenken nichts bringt und ich will euch einfach die Angst davor nehmen, ihr könntet eine „falsche“ Entscheidung treffen… Denn jeder Mensch hat seinen Weg und jeder Weg  ist richtig.

 

Bei den wirklich großen Entscheidungen ist man immer alleine!

Und so komme ich schon zu meinem letzten Punkt. Wie bereits geschrieben bin ich ganz groß im Konsultieren und Nachfragen. Das beginnt bei Käufen, geht weiter zu „soll ich das anziehen?“ und endet schließlich bei Fragen zu meiner akademischen Zukunft. All diese Dinge haben eines gemeinsam: Ich frage Leute, was sie denken, was sie machen würden und möchte so erreichen, dass mir jemand die Entscheidung abnimmt.  Ich kann mich  ehrlich gesagt an wenige Entscheidungen erinnern, die ich wirklich komplett selbst getroffen habe, ohne irgendjemanden zu fragen. Obwohl meine Eltern oft sagen ich mache sowieso immer was ich will (positiv gemeint!), bin ich doch oft sehr auf andere Meinungen angewiesen. Warum? Ich weiß es selbst nicht. Ist es doch mein Weg und ich muss mit etwaigen Konsequenzen rechnen und leben. Nur ihr könnt euren Weg wählen, denn selbst wenn ihr ihn nicht wählt, werdet ihr diejenigen sein, die ihn gehen müssen. Mein Papa sagt immer: „Bei den wirklich großen Entscheidungen ist man immer alleine, da hilft einem keiner!“ Der Spruch mag erst einmal hart klingen und so, als dürfte man nie jemanden um Hilfe bitten. Aber ich denke er meint viel mehr, dass niemand eine Entscheidung für einem treffen kann, denn niemand ist in der Haut des anderen und weiß so genau, was demjenigen gut tut. Und so gerne ich manchmal einfach die Verantwortung abgeben würde, und mir ein Template für mein Leben herunterladen möchte, ist das einfach nicht möglich.

 

Man muss also langsam Verantwortung für sich übernehmen, sich entscheiden, dabei bleiben (es kommt eh nie was besseres nach) und einfach auf seinen Bauch hören! Nur ihr könnt euer Leben leben, also entscheidet auch selbst darüber.

xxx Lilli 

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5 Comments

  • Reply
    Mara
    April 26, 2017 at 9:23 pm

    Liebe Lilli,
    da bin ich ganz bei dir! Einfach das tun, was man möchte und nicht ewig herum überlegen, ob es denn das Richtige ist, ob es Besser ist,.. einfach MACHEN! Es kann nur besser werden 🙂
    Mach weiter so!
    xx Mara

    • Reply
      lilligoes
      April 26, 2017 at 9:25 pm

      Liebe Mara,

      vielen dank für dein Feedback. Es freut mich, dass ich mit der Meinung nicht alleine bin (:

      xxx

  • Reply
    Nina
    April 27, 2017 at 7:24 am

    „Den Mutigen gehört die Welt!“
    😉
    xx

    • Reply
      lilligoes
      April 27, 2017 at 8:11 am

      Still true, auch wenn die Haare danach rot sind.

      xxx

  • Reply
    Camilla
    September 14, 2017 at 10:52 am

    Mir gefällt dieser Beitrag auch sehr von dir, weil du auch einfach Recht hast. Man machst sich oft so viele Gedanken über Entscheidungen und hält sich damit wach, dabei sollte man einfach mal weniger Angst davor haben eine falsche Entscheidung zu treffen. Unsere Entscheidungen sind ja nicht für die Ewigkeit und falls wir doch der Meinung sind die falsche Entscheidung getroffen zu haben, können wir eben eine neue treffen… also „einfach machen!“ 😀

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